Unsere neue Spitze im Gespräch mit der BZ

Veröffentlicht am 08.04.2022 in Aktuelles

Neue SPD-Führung im Hochschwarzwald hat ehrgeizige Pläne

Der SPD-Ortsverein Hochschwarzwald hat eine neue Spitze: Tanja Kühnel und Mia Sanner. Die Genossinnen wollen mit der Partei möglichst schnell wieder in allen Orten eine prägende Rolle spielen.

Ihre Arbeit ist erst angelaufen, aber Tanja Kühnel und Mia Sanner freuen sich schon über Beachtung. Von der politischen Konkurrenz, die auch liebäugelt mit einer Neuorganisation, wie die SPD im Hochschwarzwald sie hinbekommen hat. Deren drei Ortsvereine haben sich vor drei Wochen aufgelöst und 90 Mitglieder in einem Verein neu verbündet. Mit der Industriefachwirtin Kühnel (54) als Vorsitzender und der Schauspielerin Sanner (35) als Stellvertreterin, beide n aus Löffingen.

Kühnel ist seit 2014 SPD-Mitglied, nach Jahrzehnten der Nähe trat sie ein, als die AfD aufkam. "Als Gegenpol", wie sie sagt. Sanner ist seit 2004 Genossin, geprägt vom Elternhaus. Und nach dem Motto "meckern kann jeder, ich mache".

In allen Orten Neues aufbauen

Zuversicht, die Sozialdemokratie regional voranzubringen, hat natürlich mit dem Aufwind zu tun, der die Genossen im Bund trägt, räumen die Führungsfrauen ein. Sie wollen aber auch hier an Kraft gewinnen. In Löffingen sitzen für die SPD sechs Leute am Ratstisch, in Titisee-Neustadt zählt die Fraktion vier Köpfe, in Lenzkirch sind es zwei Akteure. "Und es gibt SPD-Leute in freien Listen", sagt das Duo. Die will man "wieder sichtbar machen". Politische Bürger neu gewinnen, sei es als Kandidaten für die nächste Kommunalwahl 2024, sei es zur Unterstützung. So stark werden, dass in allen Orten, die den bisherigen Vereinen und dem neuen Zusammenschluss nur beigeordnet waren und sind, etwas heranwächst.

Das ist der Ansatz der neuen SPD: Aus drei Vorständen einen machen bedeutet, vielen Aktiven eine Last von der Schulter zu nehmen, damit sie im besten Fall die Kraft anderweitig einsetzen können. Es sei "viel mehr Luft zum Atmen", beschreiben Kühnel und Sanner die Lage. In der Vergangenheit waren immer dieselben Akteure gefordert und war Ablösung nicht möglich. Mitgliederversammlungen waren, parallel zum Absturz der Partei im Land und im Bund, wenig gefragt.

Mit vier Vorstandsmitgliedern und fünf Beisitzern aus den alten Ortsvereinen, darunter zwei junge Leute, die von sich aus dazustießen, sieht man sich gut aufgestellt. Wer von einer Funktion befreit ist, bringt sich ein, davon geht man aus.

Aktiv vor und hinter den Kulissen

Kühnel und Sanner steuern nicht zwangsläufig auf eine Kandidatur für die Kommunalwahlen 2024 zu. Sanner saß schon einmal an einem Ratstisch, von 2004 bis 2008 in Heide (Schleswig-Holstein). Beiden erscheint die Arbeit im Hintergrund genau so wichtig. Vorstands- und Fraktionsarbeit wollen sie besser verzahnen, die einen sollen unterwegs sein, um von Bürgern Anstöße zu holen, die anderen die Themen an den Ratstischen vertreten. Präsenz in allen Orten soll den Menschen zeigen, "da ist die SPD, zu der kann man mit seinen Anliegen hin".

Große Themen sind auch regional wichtig

Die erste Sitzung hat Themen gesetzt. Sozialer Einsatz, Spendensammlung für die Tafel, Austausch mit der Arbeiterwohlfahrt. Gesprächsstoff sind Einkaufsmöglichkeiten, Ärzteversorgung und Nahverkehr. Arbeit vor Ort, Kinderbetreuung, Schulwegsicherheit, Bezahlbarer Wohnraum. Barrierefreiheit und Teilhabe. Gerade die Infrastruktur gehe oft unter in der großen Politik, dabei sei der Verkehr regional von Bedeutung, benennen Kühnel und Sanner das einfache Beispiel, wie man als Löffinger am besten an die Arbeit in Neustadt kommt.

Präsenz als Besucher in Gemeinderatssitzungen

Die Gemeinderatssitzungen im Hochschwarzwald werden künftig Besuch von Zuhörern aus dem Ortsverein erhalten, kündigt die Doppelspitze an. Wo sich ein Thema auftue, werde man bereit sein, lautet das Versprechen. Die in der Pandemie bewährten Zoom-Konferenzen sollen als Sprechstunden fortgeführt werden.

Zusammenarbeit mit Bürgern auch projektbezogen

Parteipolitik soll aber kein Muss sein. Man suche auch die Verbindung zu Leuten, die sich ohne SPD-Parteibuch für die Gesellschaft einbringen möchten, gern in projektbezogener Zusammenarbeit. "Wir wollen ja überhaupt etwas für die Gemeinschaft bewirken", heißt es. Wenn sich aus Kontakten kein Engagement ziehen lässt, will man wenigstens Bedürfnisse erfahren und sich dafür einsetzen.

In Aktionismus will man nicht verfallen, betont die Doppelspitze. Aber dafür sorgen, dass die politische Konkurrenz die SPD noch mehr beachtet.

Aus der BZ vom 08.04.2022
https://www.badische-zeitung.de/neue-spd-fuehrung-im...

 
 

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