Waldbegehung in Titisee-Neustadt

Veröffentlicht am 15.08.2025 in Aktuelles

Politische Waldbegehung in Titisee-Neustadt mit Rita Schwarzelühr-Sutter: Waldbesitzer fordern bessere Rahmenbedingungen für klimastabilen Waldumbau

Die SPD-Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Rita Schwarzelühr-Sutter, informierte sich bei einer Waldbegehung in Titisee-Neustadt über die Herausforderungen und Chancen des Waldumbaus in Zeiten des Klimawandels. Begleitet wurde sie von Vertreterinnen und Vertretern aus Forstwirtschaft, Kommunalpolitik und Verwaltung sowie zahlreichen privaten und kommunalen Waldbesitzern aus der Region.

Waldumbau

Im Fokus der Diskussion stand der Waldumbau hin zu klimastabilen Mischwäldern. Am Beispiel von Flächen der FBG Neustadt-Schollach. "Unser wichtigstes Ziel ist es, dass auch noch unsere Kinder von der Waldwirtschaft leben können", betonte Waldbesitzer Martin Tritschler.

Auch gebietsfremde Arten wie Douglasie werden in gewissem Umfang eingesetzt.

Wildverbiss als großes Hindernis

Ein drängendes Problem ist der hohe Wildbestand, insbesondere Rehwild, der die natürliche Verjüngung junger Bäume teilwiese erheblich erschwert. Obwohl größere Waldbesitzer eigene Jagdstrukturen haben, sind sie dennoch durch benachbarte Flächen mit geringem Jagddruck betroffen. Hier wurde ein koordiniertes Vorgehen gefordert.

Bedarfsgerechte Forstförderung notwendig

Die Waldbesitzer betonten die Bedeutung der forstlichen Fördermaßnahmen, insbesondere die Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes (GAK). Dass diese vom Bund weitergeführt wird, wurde ausdrücklich begrüßt. Wichtige Maßnahmen wie die Jungbestandspflege stünden aber nicht allen Forstbetrieben zu Verfügung, oder es fehle an den erforderlichen Mitteln, wie beim Borkenkäfermonitoring. "Die Länder stehen in der Verantwortung, die Möglichkeiten der GAK voll auszuschöpfen", betonte Schwarzelühr-Sutter. Bund und Länder müssten gemeinsam für eine gute Ausstattung und Ausgestaltung der forstlichen Förderung sorgen.

EUDR und Wiederherstellungsverordnung: Zu viel Bürokratie, zu wenig Praxisnähe

Mit Blick auf die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) wurde betont, dass es in Deutschland kein relevantes Entwaldungsrisiko gebe. Die Anforderungen an Waldbesitzer – insbesondere die Geolokalisierung der Holzmengen – seien aufwendig und schwer umsetzbar, vor allem bei unplanbaren Kalamitäten wie Käferbefall. Die Forderung: Verlagerung der Sorgfaltspflicht auf die Forstbehörden statt auf die einzelnen Waldbesitzer.

Hier sicherte Schwarzelühr-Sutter zu, dass sich die Bundesregierung für die sog. „Null-Risiko-Variante“ und eine Entbürokratisierung einsetzt.

Beim Thema EU Verordnung betonte sie die gemeinsame Verantwortung von Bund und Ländern und lobte die konstruktive und lösungsorientierte Haltung der regionalen Waldbesitzer.

„Die Wälder stehen vor gewaltigen Herausforderungen. Ihr Erhalt und ihre Pflege ist ausschlaggebend für die Identität unserer Region aber auch für den Umgang mit dem Klimawandel. Es ist entscheidend, dass wir die Waldbesitzer und Forstleute als zentrale Akteure des Waldumbaus frühzeitig einbinden. Die Erfahrungen aus der Praxis sind ein unverzichtbarer Beitrag für eine realistische und wirkungsvolle Politik,“ so Schwarzelühr-Sutter.

Teilnehmende
Martin Tritschler (Vizepräsident Forstkammer BW), Markus Tritschler., Jerg Hilt (Geschäftsführer Forstkammer BW), Christian Hofmeier (FBG Neustadt-Schollach), Dr. Jens Borchers (Fürstlich Fürstenberg ’scher Forstbetrieb), Karl-Eugen Graf von Neipperg (Familienbetriebe Land und Forst BW), Andre Eickmann (Forstbezirksleiter), Valentin Albert (SPD-Gemeinderat)

 
 

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