News aus dem Europäischem Parlament von unserer Vivien Costanzo MdEP
In unseren Grenzregionen gehört das Arbeiten über Landesgrenzen hinweg zum Alltag. Rund 2 Millionen Menschen pendeln regelmäßig über europäische Grenzen zur Arbeit. Gerade bei uns in Südbaden weiß man, was das heißt: doppelte Formulare, unklare Zuständigkeiten und Abschlüsse, die erst nach Monaten anerkannt werden.
Als Europaabgeordnete für Südbaden will ich, dass die Freizügigkeit im Alltag einfach und fair funktioniert. Die Kommission hat dafür am 15. September ein Paket für faire Arbeitskräftemobilität vorgelegt. Die wichtigsten Punkte:
Rechte durchsetzen: Die Europäische Arbeitsbehörde ELA soll nationale Behörden bei grenzüberschreitenden Fällen nun stärker unterstützen. Sie soll gemeinsame Kontrollen koordinieren und Streitigkeiten über grenzüberschreitende Beschäftigung schneller vermitteln. Das schützt Beschäftigte vor unfairen Praktiken.
Weniger Papierkram: Mit dem europäischen Sozialversicherungspass ESSPASS sollen Nachweise digital werden. Den A1-Nachweis, der belegt, in welchem Land jemand sozialversichert ist, sollen Beschäftigte künftig in der europäischen Identitäts-Wallet speichern und vorzeigen können.
Qualifikationen leichter nutzen: Abschlüsse sollen in einem standardisierten digitalen Format ausgestellt und in der Wallet verfügbar sein. Für reglementierte Berufe wie Lehrkräfte, Pflegekräfte und Ingenieur:innen soll ein verbindliches digitales Verfahren die Bearbeitungszeit von rund drei Monaten auf fünf Wochen senken.
Das Ziel ist einfach: Wer über eine Grenze hinweg arbeitet oder Beschäftigte aus einem anderen EU-Land einstellt, soll weniger Zeit mit Bürokratie verbringen und mehr Rechtssicherheit haben. Die Kommission rechnet bis 2040 mit einem Nutzen von rund 6 Milliarden Euro. Bis die digitalen Qualifikationen in der Wallet und die einfachere Anerkennung bei reglementierten Berufen greifen, vergehen nach der Verabschiedung allerdings noch drei Jahre.
Ich begleite die Verhandlungen im Parlament und informiere euch selbstverständlich über relevante Entwicklungen.
Weitere Infos findet ihr hier: "Fair Labour Mobility Package" der Europäischen Kommission.
Vivien Costanz